Wer so jung ist und so gut musiziert, dem blüht noch eine rosige Zukunft. Das Akkordeon-Jugendorchester feiert Geburtstag. Der Musikverein aus Destedt wurde 1975 gegründet. Am vorigen Wochenende feierten die Mitglieder bereits in privater Runde in einer schönen Partyscheune bei Mitglied Julius Ullmann in Hötzum. 80 Gäste, Aktive, Fördernde, Gründungsmitglieder und langjährige Begleiter waren unter ihnen. Bei geballter Orchestermusik, warmem Büffet und Getränken schwelgten die Mitglieder in Erinnerungen. „Es sind noch drei weitere Veranstaltungen dieses Jahr geplant“, verriet Vorsitzender Jens Voges. Seit 2018 leitet er das „AJO“. Bei Auftritten drückt er die Tasten des Keyboards. Seine drei Familienmitglieder spielen Akkordeon. „Das Orchester ist eine große Familie“, schob Voges nach. 108 Mitglieder zählt das Akkordeon-Jugendorchester, 24 musizieren, darunter auch vier Nachwuchsspieler. Seine erste große Mission beim Amtsantritt war damals nach eigenen Angaben die Organisation eines Oktoberfestes in der Halle von Familie Pogan. 

An die Fete können sich sicherlich noch viele erinnern. Groß war zwar damals der Aufwand, die Halle herzurichten, doch das AJO tischte neben Brötchen auch Partystimmung auf. Katrin Pogan ist die Dienstälteste und langjährigste aktive Spielerin – 48 Jahre dabei. Ihr Mann Ulli ist Gründungsmitglied und wurde in diesem Jahr für seine 50-jährige Mitgliedschaft geehrt.

Bei der Feier am vorigen Wochenende konnte Katrin Pogan etliche Anekdoten und Geschichtliches erzählen. So auch die Gründungsgeschichte: Eine Destedter Kindergruppe nahm ab 1972 Unterricht an der Volkshochschule in Königslutter. Als es immer mehr Kinder wurden, lohnte es sich, einen Akkordeon-Lehrer nach Destedt zu schicken. Da aber Königslutter zum Einzugsgebiet Helmstedt zählte, habe dies zu Kompetenzproblemen mit der VHS geführt. Schließlich löste sich die Destedter Gruppe von der VHS nach einem ersten Auftritt im Landgasthof Krökel (heute XU) und wurde eigenständig. Lothar Michaelis wurde Vorsitzender, Werner Gründel Dirigent. Der Auftritt jener acht Spielenden galt als Geburtsstunde. Als Gründungsmitglieder zählen Horst Michaelis, Uwe Fiegelek, Martina Lindemann, Dieter Zink, Bianca Roland, Eberhard Kalus, Detlef Wallbaum, Christa Minderlein und Ulli Pogan. Da alle aktiven Spieler im Kindesalter waren, wurde der Vorstand von den Eltern gebildet. 

Bereits 1976 hatte das Orchester seinen ersten großen Auftritt in der Stadthalle Braunschweig. Katrin Pogan fand beim Recherchieren ihr allererstes Inhaltsverzeichnis der Notenmappe von 1977. Rund 500 Lieder sind es laut dem Notenarchiv, die das Orchester in all den Jahren einstudiert hat. Etwa 180 Kinder wurden von ihnen am Schlagzeug, Keyboard oder Akkordeon in Zusammenarbeit mit der Grundschule ausgebildet. „Gaby Gorecki und Ilka Siemsen investierten hierfür großen persönlichen Einsatz“, betonte der Vorsitzende. Neben ihm zählen Nils Bönig als sein Stellvertreter, Anja Bönig als Kassenwartin und Julia Bönig als Schriftführerin zum aktuellen Vorstand.  

Drei musikalische Leitungen hat das Orchester durchlaufen. Werner Gründel gab nach 20 Jahren den Dirigentenstab an Gaby Gorecki ab. Annika Burmeister übernahm von ihr wiederum. Und erst vor einigen Monaten übernahm Alena Gieseke aus den eigenen Reihen die Leitung. Jeden Mittwoch proben die Mitglieder in der Schule. 1993 machten sie einen Kellerraum zu ihrem Orchesterraum, sodass Notenständer, Instrumente und Bücher liegen bleiben können. Katrin Pogan schätzte, dass es über tausend Auftritte, mehr als doppelt so viele Übungsabende und mehrere Übungswochenenden waren. München, Köln, Dresden, Würzburg, Berlin – das Orchester war auch viel unterwegs. 

An all die schönen Momente wollen die Mitglieder erneut mit einem Oktoberfest erinnern. Für den 21. September laden sie zum Frühstück in den Schafstall. „Der Vorverkauf startet etwa Ende Mai“, so Voges weiter. Die Band „Dick & Durstig“, bekannt vom legendären Männerfrühstück, wird an dem Sonntag ordentlich einheizen.

Das Jahreskonzert hat das Orchester für den 8. November in der Kirche terminiert. Und kurz vor dem Weihnachtsfest plant das AJO am 18. Dezember noch eine Überraschung im Ort. „Das verraten wir noch nicht“, lud Voges herzlich zu den kommenden Veranstaltungen ein.